Telgter Fußwallfahrt 2026
Willkommen in Telgte
„Raum geben“ – unter diesem Motto lädt die Telgter Wallfahrt ein: in die erneuerte Kirche, in Orte der Stille, des Trostes und der Hoffnung. Pilgern Sie nach Telgte und fühlen Sie sich willkommen!
Von Ahlen aus machen wir uns am Sonntag, 13.09.2026 auf den Weg nach Telgte. Die Pilgerandacht mit sakramentalem Segen beginnt um 17.00 Uhr in der Kirche St. Clemens in Telgte.
Telgter Fußwallfahrt 2025
Rückblick
„Pilger der Hoffnung“, unter diesem Leitwort machten wir uns in diesem Jahr wieder auf den Weg nach Telgte. Um 05.30 Uhr starteten wir mit der Pilgermesse in der St.-Bartholomäus-Kirche. Mit einem kleinen Kompass von Pfr. Bernd Egger ausgestattet, folgte um 06.15 Uhr der Auszug der Wallfahrt. Wir machten Station in Sendenhorst und Alverskirchen, wo man sich jeweils der Wallfahrt anschließen konnte. Die Schlussandacht in Telgte fand um 16.30 Uhr im Pilgerzelt statt, da St. Clemens zurzeit renoviert wird. Die Predigt hielt Pfr. Willi Stroband. Das Mädchenlager sorgte in diesem Jahr wieder für Kaffee und Kuchen zur Stärkung der Pilger. Herzlichen Dank dafür!
Telgter Fußwallfahrt 2024
Rückblick von Pfarrer Bernd Egger
„Nachwehen“ und Nachworte
Ja, ich muss zugeben, ganz spurlos ist die Telgter Wallfahrt am letzten Sonntag nicht an mir vorübergegangen, ein bisschen steckten mir die 32 Kilometer am Montag doch noch in den Knochen… Aber mein erstes Mal Telgte mit unserer Pfarrei hat mir gut gefallen!
Wenn wir als Gemeinde miteinander unterwegs sind, wird sichtbar, was das Zweite Vatikanische Konzil ausgedrückt hat: Die Kirche ist das pilgernde Volk Gottes.
In der Messe frühmorgens in St. Marien hatten wir einen Abschnitt aus dem Buch Exodus gehört. Das Volk Israel wandert durch die Wüste und ist das Unterwegssein leid. Die Leute brauchen Wasser und beginnen, sich gegen Mose aufzulehnen. Sie fangen an zu murren und können gar nicht mehr wahrnehmen, was eigentlich der Ausgangspunkt ihrer Wanderung war: dass Gott sie nämlich unter der Führung des Mose aus der Sklaverei in Ägypten befreit hatte.
Ein bisschen wie bei uns… – Ich habe einige Menschen gehört, die mit diesen oder ähnlichen Worten gesagt haben: „Früher, da sind wir noch mit 800 Personen“ in Telgte eingezogen.“
Ich kenne die Historie in Ahlen nicht so gut wie Sie. Aber womöglich war es in früheren Zeiten auch eine gesellschaftliche Verpflichtung, mit nach Telgte zu pilgern. – Heute sind wir frei. Menschen entscheiden sich für oder gegen die Wallfahrt, so wie es ihnen entspricht.
Mir jedenfalls haben der gemeinsame Weg, das Beten und die Gemeinschaft gutgetan! Wenn es Ihnen auch so ergangen ist, dann bringen Sie doch im nächsten Jahr noch eine Person mit, für die das auch etwas sein könnte!
Einen schönen Sonntag und eine gute neue Woche wünscht Ihnen
Ihr
Bernd Egger
Geschichte der Telgter Wallfahrt
Einer alten Legende nach soll das Telgter Gnadenbild aus einer Linde herausgewachsen sein, das heißt von keines Menschen Hand berührt, allein durch Gott gebildet.
Nach Aussagen von Kunsthistorikern entstand das Gnadenbild um 1370.
Seit wann Pilger zur schmerzhaften Muttergottes nach Telgte gekommen sind, ist nicht festzustellen. Die älteste Nachricht über die Verehrung des Gnadenbildes stammt aus dem Jahr 1455, es sind wahrscheinlich Einzelpilger gewesen.
Erst nach dem 30 jährigen Krieg begann im eigentlichen Sinn die Telgter Wallfahrt. 1657 wurde eine neue Wallfahrtskapelle geweiht. Die jetzige Kapelle stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
In der Gnadenkapelle erinnert ein Votivbild an die Heilung eines Theodor Westhoff aus Ahlen. Er war taubstumm und litt an Epilepsie. Das Wunder geschah während einer Messe am 11. April 1712.
Es pilgerten sicher damals auch weitere Ahlener nach Telgte. Dies bezeugt das Marienbild vom Hof Avenhövel. Es ist nicht bekannt, wann das Bild auf den Hof gekommen ist. Links vom Gnadenbild sieht man eine Darstellung der Gadenkapelle in der ursprünglichen Form. Bemerkenswert ist die Krone mit Rosenschmuck.
Im Pfarrarchiv von St. Bartholomäus liegt eine „Vereinbarung der beiden Pfarrer zu Ahlen in Betreff einer Wallfahrts-Prozession nach Telgte“ vom 30. Juni 1847. Über die Vorgeschichte ist nichts bekannt. Das Vortragekreuz dürfte aus dieser Zeit stammen. Zunächst führte der Wallfahrtsweg über Hoetmar und Everswinkel nach Telgte. Ab 1860 benutzte die Wallfahrt den heute üblichen Weg.
Bis zum Beginn der 70er Jahre hatten die beiden Pfarrer von St. Bartholomäus und St. Marien die geistliche Leitung. Dann rückten sie von der Vereinbarung von 1847 ab und organisierten eine Wallfahrt nach Stromberg, eine Woche vorher. Die Wallfahrt wurde trotzdem weitergeführt, ohne Priester, ohne Messfeier und ohne Segen zog die Prozession vom Westtor los. Die Zahl der Pilger nahm ab. 1899 war wieder eine geistliche Begleitung bei der Wallfahrt, nachdem die Zahl der Pilger zugenommen hatte.
1904 kam der Vorschlag einen Teil der Wallfahrt mit der Landeseisenbahn zurückzulegen. Dies wurde von der Wallfahrtsleitung abgelehnt. Aus den Veröffentlichungen aus dieser Zeit kann man erkennen, dass die Leitung der Wallfahrt in der Hand von Ordnern und Vorbetern lag, nicht so, wie es zu Anfang der Wallfahrt war.