„Wir sind eine lebendige Kirche, die hoffnungsvoll nach vorne schaut.“ Unsere Vision

Gemeinsam unterwegs auf dem Jakobsweg

Reisebericht bei Kaffee und Kuchen

Beim kfd-Mittwochs-Café im Pfarrheim St. Elisabeth am Mittwoch, 24.06. um 15.00 Uhr berichtet Christine Bodewig über die 2-wöchige Pilgerreise der Ahlener Gruppe „Auf dem englischen Weg nach Santiago und weiter bis ans Ende der Welt“. Wir dürfen uns auf einen informativen und interessanten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen freuen. Alle am Reisebericht der Pilgergruppe interessierten Frauen und Männer sind ausdrücklich eingeladen und gern gesehene Gäste.

Wir waren dann mal weg

Von Ferrol nach Santiago de Compostela und weiter nach Fisterra.

Nach 2 erlebnisreichen Wochen sind die 17 Pilgerinnen und Pilger, die am 09.05.2026 zu ihrer Pilgerreise nach Santiago und Fisterre aufgebrochen waren, am 23.05.2026 mit vielen Erlebnissen, persönlichen Begegnungen mit anderen Pilgernden und vor allem zahlreichen individuellen Eindrücken nach Hause zurückgereist.

Nach der Landung am Samstagabend in A Coruna führte der erste Weg vom Flughafen zunächst zu einem Hotel in A Coruna, wo der Tag mit einem Abendessen beendet wurde. Vor dem Einstieg in die Pilgerwege haben am nächsten Tag die Teilnehmenden aber zunächst im Rahmen einer Stadtführung viel Interessantes über A Coruna, Galicien und insbesondere die galicische Kultur erfahren.
Am nächsten Tag ging es dann nach einem Morgenimpuls und versorgt mit entsprechenden Kartenmaterial sowie detaillierten Wegbeschreibungen zur Etappe mit dem Bus nach Ferrol, wo mit einer kurzen Andacht an der Kirche Santa Maria de Caranza der ca. 110 km lange Pilgerweg, der Camino Inglés, nach Santiago begonnen wurde.

Mit einem täglich neuen Morgenimpuls und jeweils Kartenmaterial für die einzelnen Etappen führten uns die Wege in den folgenden 6 Tagen vorbei an zahlreichen Rias (Meeresarme), kurzzeitig am Atlantik selbst vorbei, durch Wälder, Naturschutzgebiete, aber auch über asphaltierte Straßen durch Galicien bis nach Santiago. Hilfreich waren zudem auch diese wegweisenden Monolithen, die uns nun bis nach Fisterra begleiten sollten und die Wege wiesen.
Schnell bildeten sich kleinere Gruppen, die den Pilgerweg gemeinsam gegangen sind und ihn manchmal mit eigenen kurzen Andachten oder Gesängen individuell gestalteten. Daneben sind Teilnehmende bewusst für sich allein gepilgert. Aber spätestens in einer Bar oder einem schönen Rastplatz hat man sich wieder getroffen. Und wenn keine Bar in der Nähe war, gab es immer wieder Pausenplätze, an denen Einheimische Kannen mit Kaffee und Tee, Kaltgetränken und auch Obst und anderen Kleinigkeiten gegen eine Spende zur Verfügung stellten. Auch andere Pilgerinnen und Pilger aus den verschiedensten Ländern wurden unterwegs immer wieder angetroffen.
Auf dem Weg selbst waren in einigen Etappen mühsame steile Anstiege mit den entsprechenden Höhenmetern und anschließend wieder steile Abstiege mit und ohne Regenschauer zu bewältigen, bevor nach einer Woche bei schönem Wetter mit großer Freude das erste Etappenziel Santiago de Compostela erreicht wurde.

Welch ein Unterschied zu den ruhigen Wegen und Dörfern, die wir in der Woche zurückgelegt hatten! Auf dem großen Platz vor der Kathedrale kamen immer wieder Pilgerinnen und Pilger, die einen der anderen, stärker frequentierten Wege gegangen waren an. Alle umarmten sich. Es waren die unterschiedlichsten Sprachen zu hören. Die abendliche Pilgermesse bildete trotz der spanischen Sprache für die meisten den Höhepunkt der Pilgerreise.

Am nächsten Tag, dem 17. Mai, war für jeden die Gelegenheit, Santiago mit einer Stadtführung kennenzulernen oder die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. In Galicien ist jedes Jahr am 17.05. der Galicien-Tag, ein regionaler Feiertag, der der galicischen Sprache und Kultur gewidmet ist. Die Stadt feierte also; bis spät in die Nacht waren die Straßen voller Menschen.

Und am nächsten Morgen kam genau wie zu Beginn der Reise nach dem Morgenimpuls und der Versorgung mit dem Kartenmaterial und den Wegbeschreibungen der Aufbruch nach Fisterra, dem fast 90 km entfernten 2. Ziel der Reise. Nach einigen Kilometern konnte man sich noch einmal an einer Anhöhe mit einem letzten Blick über die Kathedrale von Santiago verabschieden. Die Landschaft veränderte sich wieder. Die Wege führten jetzt durch Eukalyptuswälder und landwirtschaftlich genutzten Feldern. Relativ war auch wieder das Meer zu sehen. Geblieben sind die teilweise steilen Anstiege der Hügelketten. Es war der schönere und ruhigere Teil der Reise. Eine letzte Herausforderung war der wegen seines besonders steilen Anstiegs mühsame Weg von dem Dorf Fisterra zum Kap. Aber auch dieser letzte Weg wurde gemeistert. Mit einer weiteren Andacht und einem gemeinsamen Picknick dort wurde diese eindrucksvolle Reise beendet.

Geblieben sind neben dem zunächst überwältigenden Gefühl, den anstrengenden Weg geschafft zu haben, noch viele persönliche Eindrücke:
Da war zunächst die tolle Gemeinschaft mit den guten Gesprächen, die trotz aller Unterschiede erlebt werden konnte, verbunden mit der Einstellung, wir passen aufeinander auf und sind füreinander da.
Das freundliche „Buen Camino“, mit dem immer wieder Einheimische und andere Pilgernde gegrüßt haben. Es wird uns sicher noch lange begleiten.
Die vielen unterschiedlichen Situationen auf dem Weg, die anders als in dem normalen Alltag bewusst wahrgenommen werden konnten, angefangen bei dem Rauschen des Meeres, das viele Vogelgezwitscher, aber auch der Lärm von Windrädern.
Besondere Spuren haben aber die unterschiedlichsten Begegnungen mit anderen Pilgernden aus den verschiedensten Kontinenten hinterlassen. Wir haben Pilgernde aus den verschiedensten europäischen Ländern, den USA sogar aus Namibia bis hin nach Australien getroffen. Bei einigen blieb es bei ein oder zwei Begegnungen, andere wurden immer wieder angetroffen oder sie sind gleich einen Teil des Weges mitgegangen. Sie alle hatten zwar die unterschiedlichsten Motivationen, den Weg zu gehen, sie waren alleine, zu zweit oder auch in kleineren Gruppen unterwegs, aber alle hatten dasselbe Ziel: Den Camino.

Es wird sicher eine Weile dauern, bis alle wieder vollständig zu Hause angekommen sind.

Text und Bilder: Mechthild Brockschmidt-Gerhardt

Blick auf das Kap Finisterre
Ein letzter Blick auf Santiago
Am Galizischen Feiertag
Pilgern durch Galiziens Wälder
Christine Bodewig
Christine Bodewig 0160 97612836 E-Mail schreiben