St. Marien
59227 Ahlen
Maria, die Patronin unserer Kirche
MARIA ist die Patronin unserer Kirche. Vertrauensvoll stimmt sie der Botschaft des Engels zu: „Mir geschehe nach Deinem Wort.“ Mit ihrem Ja hat Maria Gott in sich Raum gewährt, hat sie sich von seiner Liebe umfangen lassen. Mit Ihrem Ja hat sie große Veränderungen in ihrem Leben auf Gottes Zusage hin angenommen.
Und dies können wir von ihr lernen: Vertrauensvoll auf Gottes Beistand zu bauen und sich auf den Weg zu machen, sich nicht abzuschotten, sondern Neues zu wagen. Trotz vieler Missverständnisse und Anfeindungen steht Maria zu ihrem Sohn. Sie geht mit ihm den Weg bis zum Tod am Kreuz.
Und so ist sie für uns Vorbild im Glauben. Wir sehen in ihr die Fürsprecherin in den Betrübnissen und in den Zumutungen des Lebens.
Viele Menschen machen sich jährlich auf den Weg zu ihr, zahlreiche Wallfahrtsorte zeugen davon. In der Frau Maria erahnen wir die Liebe Gottes zu uns Menschen, die er als Glückliche und Unglückliche über alles liebt.
(aus: Gründungsgottesdienst am 24.08.2014 mit Vorstellung der spirituellen Aspekte der sieben Heiligen unserer Kirchenpartrozinien in St. Bartholomäus)
Chronik der St.-Marien-Kirche
| Chronik | St. Marien |
|---|---|
| 1250 | Gründung der "Neuen Pfarre" - 1. Kirchbau |
| 1278/1283 | erste urkundliche Erwähnung |
| 1288 | Prämonstratenser-Mönche aus Cappenberg als Pfarrer eingesetzt |
| 1400 | Älteste Bruderschaft "Corpus Christi" gegründet |
| 1468 | Gründung des Klosters "Maria Rosa" |
| 1474 | Stiftung der Vikarie St. Catharina, St. Nikolai, St. Anna |
| 1485 | erste Kirchenmeister erwähnt |
| 1533 | Dietrich von Elversfeld, Pfarrer der Neuen Pfarre, flieht |
| 1526 | Armenstiftung an der Nordstraße |
| 1586 | neue Turmuhr |
| 1655 | Stiftung von drei Altären |
| 1686 | Feuersbrunst in Ahlen - St. Marien schwer beschädigt |
| 1685 | 1. Brandprozession - 10. August |
| 1689 | zwei Glocken für St. Marien |
| 1740 | Bau der Klosterkirche "Maria Rosa" |
| 1744 | 2. großer Stadtbrand |
| 1773 | Antrag auf Abbruch der 2. Stadtkirche wegen zu geringer Seelenzahl |
| 1804 | Säkularisation - Weltpriester des Bistums Münster als Seelsorger |
| 1816 | Aufhebung des Klosters "Maria Rosa" - Abriss der Klosterkirche |
| 1842 | Pfr. Lütkenhaus gibt ein deutsches Gesang- und Gebetbuch heraus. Köster Roeren schreibt dazu ein Choralbuch. |
| 1858 | Gründung einer "Bibliothek des Vereins vom hl. Karl Borromäus" |
| 1872 | Pfr. Jenne - aktiver Förderer des Baues eines Krankenhauses (Vinzenshaus ) |
| 1888 | Pfr. Jenne feiert 50jähriges Priesterjubiläum und wird Ehrenbürger Ahlens |
| 1893 | Wegen Baufälligkeit wird das Oberläuten untersagt |
| 1899 | erster Beschluss zum Neubau einer Kirche |
| 1901 | Die Genehmigung zum Abbruch der gotischen Hallenkirche wird erteilt. |
| 1902 | Abbruch der 600 Jahre alten Kirche |
| 1904 | Weihe der neugotischen Kirche - 18. Oktober |
| 1905 | Bau der Vikarie Nordstraße 3 |
| 1905 | Einbau einer Orgel |
| 1911 | Bau des Alten Pfarrhauses an der Nordstraße |
| 1918 | zwei Bronzeglocken werden abgeholt |
| 1923 | zwei neue Stahlglocken ( Johannes, Maria ) werden geweiht |
| 1923 | St. Josef wird abgepfarrt - Weihe der Josefkirche |
| 1934 | Ausmalung des Kirchenraums |
| 1937 | Kaplan Grüter wird von der Gestapo verhaftet |
| 1954 | St. Gottfried wird abgepfarrt |
| 1955 | Renovierung des Innenraums - Altar im Zentrum |
| 1970 | St. Elisabeth wird abgepfarrt |
| 1971 | Weihe der neuen Orgel |
| 1974 | Sanierung des Kirchendachs und des Turms |
| 1977 | Neubau eines Pfarrhauses an der Klostergasse |
| 1978 | Restaurierung der Kirchenfenster |
| 1978 | Umbau des Alten Pfarrhauses zum Gemeindezentrum |
| 1982 /83 | Grundsanierung der Kirche nach 78 Jahren |
| 1984 | Weihe der Mariensäule |
| 1991 | Stiftung einer Chororgel |
| 1991 | Weihe der Augustinusglocke |
| 1996 | Abschied des letzten Kaplans an St. Marien |
| 1999 | Die Stahlglocken werden ersetzt - Weihe von sechs neuen Bronzeglocken |
| 2002 | Bildung einer Pfarreiengemeinschaft St. Elisabeth / St. Marien / St. Pankratius |
| 2004 | Jubiläum "100 Jahre neue Marienkirche" |
| 2009 | Fusion St. Elisabeth - St. Marien zur Pfarrei St. Marien |
Text der Stadt Ahlen zum Tag des offenen Denkmals 2026
Im Rahmen der mittelalterlichen Stadterweiterung Ahlens wurde um 1250 bereits neben der St. Bartholomäus-Kirche eine zweite Pfarre erforderlich, die am Handelsweg der Oststraße und der Straßengabelung Nordstraße errichtet wurde. Die Kirche wurde 1285 selbstständig und dem Kappenberger Prämonstratenser Kloster bis 1803 inkorporiert. Die Kirchengründung stand in direktem Zusammenhang mit der Siedlungserweiterung.
Die heutige neugotische Hallenkirche St. Marien wurde dann rund 650 Jahre später durch den Dombaumeister
W. Sunder-Plassmann aus Münster errichtet und am 18.10.1904 eingeweiht. Sie wurde aufgrund des Bevölkerungszuwachses – in diesem Fall aufgrund industriell bedingten Entwicklungen - und angeblicher Baufälligkeit der gotischen Vorgängerkirche am gleichen Standort errichtet.
In diesem Zusammenhang ist überliefert, dass nicht alle mit dem Abriss der gotischen Vorgängerkirche - dieses „kostenbaren Kirchenkleinods“ - einverstanden waren. Es setzten sich aber wohl einige, vor allem finanziell potente Pfarrmitglieder mit der Idee des größeren Neubaus durch.
Das Hauptportal der heutigen Kirche St. Marien Kirche im Westturm lädt ein, den weiträumigen und lichtdurchfluteten Kirchenraum zu betreten, der seine Wirkung durch die großen Spannweiten von Mittel- und Querschiff und durch die zeitgenössischen bunten Bleiglasfenster erhält. Die Hallenkirche weist einen fast kreuzförmigen Grundriss auf, was dem Innenraum fast die Wirkung eines Zentralbaus verleiht. Im Äußeren wirkt die Kirche durch ihre zwar Massivität und Vereinfachung der an die Gotik angelehnten Formen bei gleichzeitiger Vielgestaltigkeit der Umrißlinien sehr komplex und dominant in der Stadtsilhouette.
Bei dem frühgotischen Südportal handelt es sich um eine sogenannte „Spolie“, denn dieses Portal stammt aus der frühgotischen Vorgängerkirche.
Text: Stadt Ahlen, zum Tag des offenen Denkmals 2026