„Wir sind einladend, ehrlich und transparent. Wir entscheiden und handeln im Dialog, demokratisch und auf Augenhöhe.“ Unsere Vision

Institutionelles Schutzkonzept

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,
schon vor ein paar Monaten sollte eigentlich die Präventionsbeauftragte unseres Bistums einen Vortrag mit anschließendem Gespräch anbieten. Wegen der damaligen Corona-Situation wurde das auf den 22. Juni 2022 verschoben. Gerne hätte ich im Zusammenhang mit dem Themenabend auch unser institutionelles Schutzkonzept (ISK) vorgestellt bzw. darüber informiert und mich auch persönlich zum Thema „sexualisierte Gewalt und Prävention“ geäußert, will das nun aber auch ohne diesen Kontext tun. Nun steht die Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der WWU Münster für das Bistum Münster am 13. Juni 2022 an.

Ich bin schon darauf hingewiesen worden, in diesem Zusammenhang nicht von „Überraschung“ oder „Erschrecken“ zu sprechen. Das käme mir tatsächlich nicht in den Sinn. Wie unfassbar das Verbrechen sexualisierter Gewalt an Kindern ist, ist nur sehr schwer in Worte zu fassen und die Veröffentlichungen der Studien anderer Bistümer lässt erahnen, was uns auch im Fall des Bistums Münster erwarten wird. 

Um das aber auch hier klar zu sagen: Ich verabscheue und verurteile diese Verbrechen – die Taten selbst und die Ermöglichung - sei es durch Gleichgültigkeit, bewusstes Wegsehen oder gezielte Vertuschung einzelner Personen ebenso wie durch Strukturen und eingespielte Abläufe. 

Ich begrüße jeden Schritt hin zur Aufklärung der Taten, zur Bestrafung der Täter und Täterinnen; ich erwarte deutliche personelle und strukturelle Konsequenzen und unterstütze jegliche Bemühung der Prävention. Ich empfinde Trauer und ohnmächtige Wut, wenn ich an die Opfer denke; Zorn und Fassungslosigkeit gegenüber Täterinnen und Täter und auch wegen mancher Heuchelei von verschiedenen Seiten. Ich weiß, dass auch kirchliche Angestellte, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Sie als Gläubige allgemein von manchen Menschen in „Mit-Haftung“ genommen werden für diese Verbrechen, mit kritischen Anfragen dazu konfrontiert sind oder sich sehr unwohl fühlen, weil sie Teil der Gemeinschaft dieser Kirche sind.

Ich möchte mich gerne schützend vor Sie stellen und bitte Sie, diese Anfragen oder auch Anfeindungen möglichst an mich und andere Hauptamtliche weiterzuleiten. Wenn Sie mögen, suchen Sie das Gespräch mit uns, das wir in diesen Tagen verstärkt für Sie anbieten wollen – und sei es auch manchmal nur als Blitzableiter für Ihren eigenen Frust. (Unsere Termine für Gesprächsangebote lesen Sie bitte unten.)
Sollten Sie selbst Opfer sexualisierter Gewalt durch kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geworden sein und sich jetzt ermutigt fühlen, sich jemandem anzuvertrauen, kann ich Sie darin nur bestärken – auch dazu, möglicherweise noch nicht erfasste Taten zur Anzeige zu bringen.

In unserer Pfarrei – vor allem auch, wenn Sie aufgrund Ihrer Erlebnisse ausdrücklich nicht mit einem Kleriker sprechen wollen – steht Ihnen als Ansprechperson auch unsere Präventionskraft Frau Tanja Teufel zur Verfügung oder auch die Telefonseelsorge. (Die Kontaktdaten finden Sie unten.)

Zugleich veröffentlichen wir das Institutionelle Schutzkonzept unserer Pfarrei auf unserer Homepage www.menschen-leben-kirche.de und als gedruckte Broschüre. Sie können hier sehen, welche aktuellen Standards der Prävention gegen sexualisierte Gewalt Sie in unserer Pfarrei erwarten dürfen. Andererseits erfahren Sie auch – und das gilt nun besonders für die im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und anderen besonders Schutzbedürftigen in unserer Pfarrei tätigen Menschen – was Ihr Beitrag sein soll, weitere Verbrechen zu verhindern.

Als leitender Pfarrer stehe ich – zusammen mit dem ganzen Seelsorgeteam – für eine „Null-Toleranz“ Strategie, sollten sich auch nur erste Anzeichen von missbräuchlichem Verhalten in unserer Kirchengemeinde zeigen. Wir müssen die schrecklichen Verbrechen der Vergangenheit offen benennen, radikale Konsequen-zen ziehen, den Opfern hilfreich und unterstützend zur Seite stehen, Versagen eingestehen und Schuld erkennen, Prävention konsequent leben und dann – vorsichtig auf neuen Wegen anfangen –  um unseres kostbarsten Schatzes Willen: 
Der frohen Botschaft von Gottes Liebe für diese Welt.

Nachdenklich und in Verbundenheit grüßt Sie    

Ihr
Dr. Ludger Kaulig, Pfarrer
 

Gesprächsangebote mit Pfr. Dr. Kaulig:
Mittwoch, 15.06., 17.00 – 19.00 Uhr 
Dienstag, 21.06., 09.00 – 12.00 Uhr
Donnerstag, 23.06., 15.00 – 17.00 Uhr
Freitag, 24.06., 11.00 – 13.00 Uhr
Ort: Pastoralbüro St. Bartholomäus, Nordstr. 13

Gesprächsangebote mit Pastoralreferent Thomas Gocke:
Montag, 20.06., 13.00 – 14.00 Uhr 
Mittwoch, 22.06., 12.00 – 13.00 Uhr
Freitag, 24.06., 11.30 – 12.30 Uhr
Ort: Pastoralbüro St. Bartholomäus, Nordstr. 13

Gesprächsangebot mit Frau Tanja Teufel, Präventionsfachkraft:
Dienstag, 28.06., 10.00 – 12.00 Uhr
oder nach tel. Vereinbarung ab dem 27.06., Tel: 02382 76059-281
Ort: Büro der Verbundleitung, Kirchplatz 7

Telefon-Hotline des Bistums Münster
Tel. 0251 495 6252
Montag, 13. Juni bis Sonntag, 19. Juni , 10.00 – 19.00 Uhr

Telefonseelsorge
Tel: 0800 – 1110111 oder 0800 - 1110222

Folgende Seelsorgerinnen und Seelsorger bieten Gespräche nach telefonischer Vereinbarung an:
Ralf Peters, Tel. 02382 7605916
Willi Stroband, Tel. 0172 2848789
Petra Wulowitsch, Tel. 02382 7605919
Thomas Gocke, Tel. 0162 3042614

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